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Ein Baum mit den typischen Merkmalen für den Borkenkäferbefall, wie braunes Bohrmehr, Harzausfluss, Rötung der Nadeln, abfallende Rindenstücke

09. November 2018

Die seit April 2018 andauernde Trockenheit und die Temperaturen auf Rekordniveau zeigen anschaulich die Auswirkungen der Klimaveränderung.
Diese Witterungsextreme verursachen dramatische Schäden an den Wäldern.

Die Schadsituation wird durch die Stürme von Winterhalbjahr 2017/18 und durch den Sturm "Fabienne" vom September 2018 noch verstärkt.

 

Dabei sind insbesondere in den Fichtenbeständen zunehmend Schäden durch Borkenkäferbefall von Buchdrucker und Kupferstecher zu beobachten. Durch die Hitze und Trockenheit sind die natürlichen Abwehrkräfte der Bäume gegenüber diesen Forstschädlingen merklich geschwächt.

 

Die Erkennungsmerkmale des Befalls sind insbesondere:

  • braunes Bohrmehl auf Borkenschuppen am Stammfuß
  • Harzausfluss
  • herabrieselnde, vertrocknete Nadeln (wie bei vertrocknetem Weihnachtsbaum)
  • Rötung der Nadeln in der Krone von unten her
  • vom Stamm abfallende Rindenstücke bei noch grüner Krone     

Die Zunahme des Buchdruckelbefalls ist bereits seit 2013 aufgrund der recht milden und niederschlagsarmen Witterung festzustellen.

 

Es ist davon auszugehen, dass selbst bei für den Wald günstigen Witterungsbedingungen im Jahr 2019 eine dramatische Zunahme des Befalls auftreten wird.

 

Daher besteht auch im Winterhalbjahr 2018/19 für jeden Waldbesitzer die Verpflichtung zur regelmäßigen Überwachung und Kontrolle der Waldflächen hinsichtlich des Auftretens von Schadinsekten, insbesondere des Borkenkäfers und zur zügigen und vollständigen Aufbereitung des Schadholzes, einschließlich Abtransportes des Holzes aus dem Wald.

 

Dabei sind besonders ehemalige Befallsstellen, Holzpolterplätze und südexponierte Hangbereiche und Bestandsränder sorgfältig zu kontrollieren.

 

Sofern die Revierförster der unteren Forstbehörde im Rahmen der Forstaufsicht Schadholz feststellen, werden die Waldeigentümer mit einem forstaufsichtlichen Hinweis darüber informiert.

Der Waldbesitzer darf aber nicht auf diesen "Hinweis" warten. Bei Kenntnis von Befallsherden hat er sofort eigenständig mit der Aufbereitung zu beginnen.

 

Bei der Waldbewirtschaftung soll darauf geachtet werden, dass kein bruttaugliches Material (z. B. Bruch- und Wurfholz oder Restholz von Hiebsmaßnahmen) im Wald verbleibt. Eine "saubere Waldwirtschaft" ist die Voraussetzung einer wirksamen Borkenkäferbekämpfung.

 

Nach § 18 Absatz 1 Ziffer 4 und 5 des Waldgesetzes für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) gehört es auch zur pfleglichen Bewirtschaftung des Waldes
 

  • der Gefahr einer erheblichen Schädigung des Waldes durch Naturereignisse, Waldbrände, tierische und pflanzliche Forstschädlinge vorzubeugen sowie
  • tierische und pflanzliche Forstschädlinge rechtzeitig und ausreichend nach pflanzenschutzrechtlichen Vorschriften zu bekämpfen.

Bei der Aufbereitung des Holzes sollen unbedingt die Unfallverhütungsvorschriften beachtet werden.

Die Waldbesitzer können sich hinsichtlich der Schadholzaufbereitung von den Revierförstern des Staatsbetriebes Sachsenforst beraten lassen.

 

Foto: untere Forstbehörde

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