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Wissenswertes zu den einzelnen Motiven

Die Alte Apotheke, wie die Wildenfelser heute noch zur ehemaligen Löwen-Apotheke sagen, besteht aus zwei Gebäuden. Das jüngere mit dem Löwenrelief wurde erstmals 1788 erwähnt. In den Jahren 1879 bis 1995 befand sich im Gebäude eine Apotheke.

Das angrenzende Haus mit den geschwungenen Andreaskreuzen im Fachwerk wurde in der Zeit um 1635 erbaut. Hier ging schon ab 1810 ein Apotheker seiner Tätigkeit nach. Erst 70 Jahre später wurden beide Gebäude miteinander verbunden und prägen bis heute das Stadtbild an der Ecke Markt/Kirchplatz in Wildenfels.

In beiden Häusern befanden sich neben den Geschäftsräumen gleichzeitig Wohnungen. Diese boten mehreren Familien ein Zuhause. Während der gesamten Jahre erlebten beide Bauten einen lebhaften Besitzerwechsel.

Nachdem das Geschäft der Löwenapotheke im Jahr 1995 aus dem Gebäude auszog, standen die Häuser viele Jahre leer. Manch Plan, diese wieder mit Leben zu erfüllen, zerplatzte.

Seit nunmehr drei Jahren bewegt sich in der Alten Apotheke wieder etwas. Eine junge Familie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das alte "Gemäuer" zu erhalten, denkmalgerecht zu sanieren und als Wohnhaus zu nutzen. Der Verfall konnte gestoppt werden. Beispielsweise wurden beide Dächer neu gedeckt, viele Holzkonstruktionen erneuert, aber auch altes Gebälk erhalten. Die Fenster sind nach historischem Vorbild renoviert worden. Im Flur des Hauses wurde ein Stück der Wandbemalung restauriert, die so um 1872 ausgesehen haben könnte.

Die Fassade mit dem Löwenrelief erstrahlt in einem frischen Ton. Das Löwenrelief über der Eingangstür wurde 1929 angebracht und ebenfalls saniert. Die Buchstaben der Aufschrift Apotheke glänzen golden.

In die Alte Apotheke ist junges Leben eingezogen.

Seinen hohen Bekanntheitsgrad unter der Zwickauer Bevölkerung verdankt das Haus am Hauptmarkt der hier bis in die 1980er Jahre bestehenden, vielbesuchten Gaststätte "Centralhalle". Ohne Nutzung verfiel das Gebäude jedoch langsam. Nach dem Erwerb des Objektes durch die WEWOBAU eG Zwickau im Jahr 2010 wurde bereits ein Jahr später mit der Sanierung begonnen.

Die Auswertung archivalischer Quellen und der Vergleich mit den im Quartier anliegenden Gebäuden ließ bereits früh darauf schließen, dass der wesentlich durch Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert geprägte Baukörper einen weitaus älteren Kern aufweisen könnte. Nach dem Abbruch einer eingestürzten Kellertonne im Hofbereich stieß man auf ein sogenanntes "steinhus". Dieses konnte auf das 12. bis 13. Jahrhundert datiert werden und stellt sich als technisches Bauwerk einer Münzprägestätte dar. Damit zählt die "Alte Münze" wahrscheinlich nicht nur zum ältesten Gebäude der Stadt, sondern es handelt sich hierbei um die bisher einzige bekannte und erhaltene Münzprägestätte Deutschlands aus dieser Zeit.

Im Vorderhaus des Gebäudes konnte das Fragment eines gewaltigen frühgotischen Sandsteinportals auf das 13. Jahrhundert datiert werden. Restauriert fügt sich dieses jetzt ablesbar in die aus dem Jahr 1926 stammende Art déco-Fassade ein. Im 1. Obergeschoss wurden drei durch Mauerwerksverblendungen verdeckte Renaissancesäulen freigelegt. Bei weiteren Arbeiten fand man eine Holzdecke mit Kriecher-Decker-Schalung im Fischgrätenmuster aus dem 17. Jahrhundert mit darunterliegendem, Zweitverwendetem Schiffskehlbalken aus dem 15. Jahrhundert.

Im Laufe einer fast dreijährigen Sanierung konnten im Gebäude wertvolle Zeitzeugen einer 800-jährigen Baugeschichte, die von der Spätromanik/Gotik über die Renaissance- und Barockzeit bis hin zu den Goldenen Zwanzigern reicht, erhalten und gesichert werden. Im März 2014 eröffnete im hinteren Grundstücksbereich ein moderner Hotelneubau seine Türen, welcher als Erweiterung der gastronomischen Einrichtung "Alte Münze" im Vorderhaus dient. Zwischen den beiden Objekten verbinden sich nun zeitgenössische Architektursprache und traditionsreiches städtisches Erbe.

Obwohl mit der ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 1341 Wolkenburg zu den ältesten Silberbergbaurevieren Sachsens gehört, war dies nahezu in Vergessenheit geraten. Erst mit der Tätigkeit des Vereins Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Geologie Westsachsen e. V. wurden die historischen Sachzeugnisse des Wolkenburger Bergbaureviers wiederentdeckt, dokumentiert und gesichert.

Mit der Eröffnung des Besucherbergwerks St.-Anna-Fundgrube konnte der Verein im Jahre 2000 eine der insgesamt 26 nachgewiesenen Gruben des Reviers für die Öffentlichkeit zugängig machen.

Das einzige über Tage erhaltene Zeugnis des ehemaligen Silberbergbaus, das Bergamtshaus im Ortsteil Wolkenburg der Stadt Limbach-Oberfrohna, Zur Papierfabrik, war der Sitz des zuständigen Bergbeamten. Der älteste Nachweis für dieses Gebäude stammt aus dem Jahre 1610 und in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1613 wird das Bergamtshaus als "Lehen des Bergamtes Marienberg zusammen mit Schmelzhütte" benannt. In seiner typischen Architektur nahezu unverändert, wurde das Haus später auch als Bauernhof und Wohngebäude bis 1990 genutzt. Danach war das Gebäude vom Verfall bedroht.

Unter Federführung der Stadt Limbach-Oberfrohna und mit Fördermitteln des Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums sowie knapp 2 000 Stunden freiwilliger Arbeit der Vereinsmitglieder konnte die komplette Restaurierung des Bauwerkes im Sommer 2014 abgeschlossen werden.

Das Bergamtshaus ist heute Sitz des Vereins und beherbergt eine kleine Ausstellung mit historischen Funden der bergmännischen Tätigkeit sowie geologischen und mineralogischen Proben. Exponate, die den Weg vom Erz zum Silber zeigen, sollen dokumentieren, dass Silberschmelzen nur unter Aufsicht eines Bergbeamten erlaubt war.

Das Gebäude der Tännichtschule wurde 1895/96 erbaut und 1909 erweitert. Seitdem blieb die bauzeitliche Kubatur erhalten. Das Gebäude besitzt den Status eines Einzel- und Kulturdenkmals.

Die Architektur der Fassade verleiht der Tännichtschule eine besondere Prägung. Sie wurde als einziges Schulgebäude in Meerane und damit auch öffentliches Gebäude im Sinne der für Industriebauten typischen Klinkerarchitektur konzipiert und errichtet. Das Bauwerk war wegen seiner einzigartigen und markanten Fassade in der Bürgerschaft im Jahre 1896 umstritten. Der Erhalt des ursprünglichen Erscheinungsbildes gehörte daher zu den wesentlichen Zielen der denkmalgerechten Generalsanierung, die in den Jahren 2013/2014 erfolgte.

Die Instandsetzung der Klinkerfassade ist hervorragend gelungen, sie wirkt 120 Jahre nach ihrer Errichtung wie einst ästhetisch hochwertig.

Eine der wesentlichen denkmalpflegerischen Zielsetzungen war es, die bauzeitliche Farb- und Materialfassung von Bereichen innerhalb des Gebäudes, vor allem Treppenhäuser und historische Eingangsbereiche, wiederherzustellen. So wurden z. B. Treppengeländer und Bodenbeläge aufgearbeitet und nach bauzeitlichen Vorgaben ergänzt. Mit der denkmalgerechten Innensanierung des Gesamtkomplexes konnten auch eine Reihe funktionaler Defizite behoben und die barrierefreie Erschließung des Baus sichergestellt werden. Ferner verknüpfen sich im Inneren die farblich differenzierten Funktionsbereiche mit den historischen Farben zu einem überzeugenden Gesamtentwurf.

Im Schulgebäude wurden 1896 circa 1 500 Schüler unterrichtet. Im Schuljahr 2014/15 sind es 330 Mädchen und Jungen. Doch das Gebäude war nicht nur Schule: Anfangs beherbergte es im Keller ein städtisches Volksbad (öffentliches Wannen- und Duschbad), die heutige Aula war ein öffentlicher Versammlungsraum, während beider Weltkriege diente das Gesamtgebäude als Materialdepot, Lazarett, Verbandsplatz und Flüchtlingsunterkunft. So verkörpert die Tännichtschule selbst den historischen Wandel und ist ein Teil der Meeraner Stadtgeschichte.

Beim Hof am Schulweg im Ortsteil Trünzig der Gemeinde Langenbernsdorf handelt es sich um einen regionaltypischen Vierseitenhof, dessen Kern ein Umgebindehaus ist. Das Ensemble steht als Ganzes unter Ensembleschutz und geht auf das Jahr 1749 zurück.

Die Bauakte des Hofs dokumentiert über die Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen. Das Wohnhaus wurde immer wieder an veränderte Nutzungsanforderungen durch Um- und Anbauten angepasst. Gleiches gilt für die Scheunen. Beispielsweise datiert das Türgewand der Blockbohlenstube des Wohnhauses auf das Jahr 1832 und nennt den Bauherren und den Baumeister.

Das Umgebindewohnhaus ist eine spezielle Fachwerkkonstruktion, die Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise miteinander verbindet. Es wurde ursprünglich als Wohnstallhaus angelegt, wird aber heute als reines Wohnhaus genutzt.

Beim Erhalt, der Restaurierung und den notwendigen Sanierungsarbeiten legen die Eigentümer enormen Wert auf orts- und regionaltypische Bauweise, Materialien und traditionelle Handwerkstechniken. Vorhandene Substanz soll maximal bewahrt und alte Stoffe erneut verwendet werden. So sind u. a. alle Gefache wieder komplett mit Staken, Lehmwickel und auf der Baustelle hergestelltem Strohlehm versehen. Auch die Decken wurden als Lehmwickeldecken ausgeführt. Es erfolgte eine Aufarbeitung der Sandsteingewande. Des Weiteren wurden Türhaspen neu eingebleit und wiederverwendet, Altholz ausgebaut, Schad- oder Fehlstellen in zimmermannsmäßiger Manier ausgesetzt und abermals eingebaut.

Beim Um- und Ausbau des Vierseitenhofs wird die Verarbeitung bauchemikalischer Stoffe konsequent vermieden, sondern es finden nahezu ausschließlich baubiologisch unbedenkliche Materialien Verwendung.

Die Eigentümer haben es sich zur Aufgabe gemacht, durch ihre Arbeit und ihr Engagement dazu beizutragen, das Ortsbild ihrer Heimatgemeinde zu erhalten.

Das Meisterhaus entstand im Zusammenhang mit der sich entwickelnden Strumpfwirkerfabrikation in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in Oberlungwitz. Die 1757 gegründete Innung der Strumpfwirkermeister ließ sich ein stattliches Meisterhaus errichten, das 1838 eingeweiht werden konnte.

Im Jahr 1860 wurde das Haus in der Hofer Straße an die Gemeinde verkauft. Am 26. November 1862 eröffnete im ehemaligen Meisterhaus ein Hospital mit Entbindungsstation unter dem Namen "Emma-Hospital", benannt nach der dritten Tochter des Fürsten Viktor von Schönburg-Waldenburg.

Im Jahr 1951 fand die Auflösung der Entbindungsstation statt. In den frei gewordenen Räumen erfolgte die Einrichtung einer TBC-Fürsorgestelle und einer Gemeindeschwesternstation. Darüber hinaus stand der Bevölkerung im Haus ein Wannenbad zur Verfügung.

Bis zum Jahr 1954 wurden hier Patienten klinisch betreut. Danach erhielt das "Emma-Hospital" den Status eines Pflegeheimes. Am 10. September 1998 fand dessen Schließung statt. Von diesem Zeitpunkt an stand es leer und war damit auch ein Stück weit dem Verfall preisgegeben. Sogar über einen Abriss wurde nachgedacht. Seit dem Jahr 2006 hat sich der Förderverein Meisterhaus Oberlungwitz intensiv für den Erhalt des Gebäudes, das seit 1981 unter Denkmalschutz steht, eingesetzt.

Der Lebenshilfewerk Hohenstein-Ernstthal e. V. kaufte im Juli 2010 das ehemalige Meisterhaus von der Stadt Oberlungwitz und sanierte es in den Jahren 2011/2012 komplett. Obwohl das Gebäude total entkernt und entsprechend seiner neuen Nutzung als ein Haus für ambulant betreutes Wohnen umgebaut wurde, sind sowohl die schöne verzierte und geschnitzte alte Haustür, die Stuckelemente an der Fassade und der sehenswerte Treppenaufgang restauriert und erhalten worden. Auch die eindrucksvolle alkenkonstruktion des Dachgeschosses findet man wieder, heute jedoch nur noch vorgeblendet und nicht mehr als tragendes Element.

Das Anwesen mit der markanten Toreinfahrt in der Südstraße in Callenberg wurde im Zuge der Erbteilung 1889 neu erbaut.

Wohnhaus, Scheune, Stallgebäude, Toreinfahrt sind Kulturdenkmale und bau-, sozial- sowie wirtschaftsgeschichtlich von besonderer Bedeutung. Insbesondere das Tor, das in seiner Bauweise ein charakteristisches Zeugnis der Gründerzeit darstellt, ist dabei hervorzuheben.

Seit 125 Jahren befindet sich das heute unter Denkmalschutz stehende Anwesen im Familienbesitz, mittlerweile in dritter Generation.

In dem über 100 Jahre alten landwirtschaftlichen Objekt bestand ein hoher Sanierungsbedarf. Dieser war u. a. durch die wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem 2. Weltkrieg bis zur Wende begründet. Knappes Baumaterial und keine ausführenden Baubetriebe stellten die Eigentümer zu DDR-Zeiten vor Probleme.

In den letzten Jahren konnte das Objekt durch intensive Baumaßnahmen vor dem weiterenVerfall bewahrt werden. Unterschiedliche Baugewerke und hohe Eigenleistungen führten dazu, dass das Anwesen in neuem Glanz erstrahlt. Mit dem Eingangsbereich haben die Sanierungsarbeiten erst einmal ihren Abschluss gefunden.

Bei dem Gebäude am Mühlberg 6 in Glauchau handelt es sich um das barocke Wohnhaus des Müllers. Das Baujahr des Gebäudes dürfte um 1770 liegen. Den Akten und der Zeitungssammlung des Kreisarchivs Glauchau ist zu entnehmen, dass vieles darauf hindeutet, dass sich in ihm eine Baderei befand.

Ursprünglich war das Wohnhaus auch im Erdgeschoss aus Fachwerk. Ca. 1870 erfolgte ein umfangreicher Umbau zur Gaststätte, bei dem das Erdgeschoss durch Ziegelmauerwerk ersetzt wurde.

Das Gebäude erlebte eine wechselvolle Geschichte und erfuhr viele unterschiedliche Nutzungen. So wird im Grundbuch von 1842 der Webermeister und Schankwirt Johann Georg Scharnagel genannt. 1863 wurde das Gebäude an den Sohn Hermann Scharnagel veräußert und schließlich im Jahre 1870 versteigert. Im Jahr 1871 pachtete das Anwesen Emil Sorgenfrei. Nach gründlicher Restaurierung, Vergrößerung und Verschönerung fand eine Wiedereröffnung als Restaurant "Schlosskeller" statt. Nach erneutem Besitzerwechsel, u. a. an Mühlenbesitzer Carl Hedrich, wurde das Gebäude fortan als Wohnhaus genutzt.

Im Jahr 1900 befand sich im Erdgeschoss eine Mühlenreparaturwerkstatt. Die Wohnungsnot zum Ende des 2. Weltkrieges führte oft zu einer starken Belegung des Gebäudes. Nach der politischen Wende erfolgte der Abriss des ursprünglichen Mühlengebäudes. Nach langjährigem Leerstand und einigen wichtigen Notreparaturen durch die Stadt Glauchau wurde das Wohnhaus 2013 an die Firma Denkmal-Rettung GmbH aus Grimma verkauft. Diese übernimmt vernachlässigte, historische Gebäude, sichert sie und wertet sie auf. Belange des Denkmalschutzes und der Stadtentwicklung finden dabei Berücksichtigung.

Mittlerweile wurde durch das Unternehmen die Fachwerkfassade im 1. Obergeschoß wieder freigelegt und teilweise erneuert. Nach der "Rettung" wird sie einen neuen Eigentümer für dieses wunderschöne, unter Denkmalschutz stehende Gebäude suchen.

Im Ortsteil Ebersbrunn der Gemeinde Lichtentanne wurde das um 1790 erbaute denkmalgeschützte Fachwerkhaus mit Nebengebäude in den Jahren 2010/2011 liebevoll saniert und so für eine junge Familie nutzbar gemacht. Die denkmalpflegerische Bausubstanz des ehemaligen Häuslerhauses konnte zum großen Teil erhalten werden und trägt dazu bei, die historische Dorfstruktur zu bewahren.

Als Häusler bezeichnete man früher Kleinstbauern mit eigenem Haus, aber nur wenig Grundbesitz. Sie traten in größerer Zahl ab dem 16. Jahrhundert auf. Für die Häusler blieben so oft nur Erwerbsmöglichkeiten als Kleinhandwerker, Dienstboten, Tagelöhner, Schulmeister oder Hirten übrig. Trotzdem bedeutete für sie der Hauserwerb einen sozialen Aufstieg innerhalb des Dorfes.

Das Ziel der grundlegenden Instandsetzungs- und Reparaturmaßnahmen war nicht nur die Erhaltung des Wohngebäudes, sondern auch das außergewöhnlich, feingliedrig gezimmerte Nebengebäude für die Zukunft zu sichern und zu erneuern.

Die Reparatur der Fachwerkkonstruktion geschah in zimmermannsmäßiger Tradition, wobei besonders viel Wert auf die Erhaltung und Wiederherstellung der denkmalgeschützten Fachwerkfassaden und des Dachstuhles gelegt wurde. Die Rekonstruktion und Neuausfachungen der Außen- und Innenwände erfolgten in historischer Lehmbautechnik. Durch den Wunsch der Bauherren nach einer ökologischen Heizungsanlage wurde im Nebengebäude der Heizraum mit Wärmepumpenanlage – Erdwärme – untergebracht.

Über den Ortschronisten und die Anwohner des malerischen Ortes wurden den neuen Hausbewohnern zahlreiche Geschichten um das wiederhergestellte Gebäudeensemble angetragen. So wäre das Gebäude mit Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 für kurze Zeit von amerikanischen Truppen "übernommen" worden. In noch früheren Jahren soll darüber hinaus ein Dorfschullehrer in einem kleinen Raum des Nebengebäudes Obdach gefunden haben.

Die Tuchfabrik "Otto Ullrich" August-Bebel-Straße 87/89 in Werdau, wurde 1850 gegründet, 2000 stillgelegt und anschließend zum Großteil abgebrochen. Drei, unter Denkmalschutz stehende Gebäude, blieben als stadtbildprägendes Ensemble erhalten.

Ein ortsansässiger Ingenieur erwarb den verbliebenen Gebäudekomplex "Tuchfabrik" und lässt sukzessive die Bausubstanz nach architektonisch–denkmalpflegerischen Aspekten sanieren.

Das Ziel der Revitalisierung dieser Industriebrache ist die teilweise kommerzielle, aber auch die öffentliche Nutzung, ähnlich einem Museum. An allen drei Gebäuden wurden bauliche Sicherungen durchgeführt. Dem folgen schrittweise Modernisierungen. Zum Beispiel ist die Nutzung des an der Straße befindlichen Neobarock-Gebäudes, Baujahr 1892, als Café denkbar.

Dahinter, das einstige Wohnhaus von Otto Ullrich, am Tuchmacherfries weithin erkennbar, später Kontorgebäude, besitzt die historisch höchste Bedeutung der verbliebenen Bausubstanz. Es wurde 1872 im Stil der Gründerzeit errichtet. Mit dem Bau eines neuen Produktionsgebäudes 1935 wurde die Fassade nach damaligem Zeitgeschmack erneuert. Viele Jahre diente es als Verwaltungsgebäude. Mit der administrativen Stilllegung des Betriebes durch die Treuhandanstalt wurde auch dieses Gebäude geräumt. Perspektivisch wird es zum Mehrgenerationen-Wohnhaus umgebaut.

An der stadtseitigen Fassade befindet sich als Bekrönung der Attika der "Tuchmacherfries", eine 7,70 Meter lange Plastik mit figürlicher Darstellung der Tuchmacherkunst. Dieses künstlerisch, wie auch industriearchitektonisch äußerst wertvolle Fries, dessen Restaurierung 2013 erfolgte, ist ein außerordentlich frühes Beispiel der Stahlbeton-Baukunst in Deutschland. Von Bedeutung ist gleichfalls die Wohnetage im 1. Obergeschoss, deren originale Raumstrukturen heute noch weitestgehend erhalten sind.

Für das dritte Gebäude ist eine museale Nutzung mit Möglichkeiten für Veranstaltungen geplant. Das Museumskonzept hat das Thema "Geschichte der Krafterzeugung", mit der Dampfmaschine der vormaligen Werdauer Brauerei "Feldschlösschen" als zentrales Exponat.

Mit dem Gewinn des von einem dänischen Bauherren ausgelobten Realisierungswettbewerbes zum Umbau und zur Modernisierung des im 19. Jahrhundert als Lückenbebauung errichteten, heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes am Neumarkt in Kirchberg, wurde das Büro ahoch4®, Architekten Ingenieure Designer aus Zwickau, mit der Planung und Realisierung der Baumaßnahme beauftragt.

Bei diesem Haus, das von städtebaulicher Bedeutung ist, handelt es sich um einen einfachen zeittypischen Putzbau. Spannend gestaltete sich der Umbau und die Modernisierung für die Architekten, weil das Gebäude mit seinen knapp fünf Metern Breite und drei Geschossen sehr anspruchsvoll in der Neugliederung der Grundrisse ist. Am Ende sollte sich ein leichtes, offenes und modernes Ambiente ergeben.

Weitere Herausforderungen bestanden darin, dass das bestehende Holztragwerk wegen massiven Wurm- und Schwammbefalls nicht zu erhalten war und das Haus zudem fast keine eigenen Seitenwände besitzt. Große Teile des bestehenden Mauerwerks der rückseitigen Hofwand und des Hinterhofanbaus waren so marode, dass auch hier ein Erhalt als Basis für einen Umbau nicht ratsam erschien.

Im Ergebnis der langfristigen Planungen wurde das Gebäude bis auf die denkmalgeschützte Straßenfassade fast gänzlich zurückgebaut. Im Inneren ist ein neues Stahltragwerk errichtet worden, in dem sich Räume, die vom Kontrast zwischen der alten, historischen und im Wesentlichen in ihrem Zustand belassenen Bausubstanz und den neuen, in moderner Architektursprache ausformulierten Raumelementen leben, anordnen. So wurden alte Türen und Bauteile wie Steinböden und Steingewände, soweit dies möglich war, erhalten und wiederverwendet.

Die Ursprünge des bauhistorisch wertvollen Niederen Kornhauses liegen im 15. Jahrhundert. Als Kornspeicher erbaut, wurde es außerdem als Zeughaus für die Geschütze und Verteidigungswaffen der Stadt genutzt. 1835/36 erfolgte der Umbau zum Gefängnis im Rahmen der Angliederung an die Haftanstalt Schloss Osterstein. Nach der Auflösung des Strafvollzuges diente es noch bis 1990 u. a. als Lager- und Bürogebäude.

Noch zu Beginn der 1990er Jahre dem Verfall preisgegeben, ist es heute – nach aufwändiger, detailgetreuer Sanierung – der größte existierende mittelalterliche Kornhausbau Sachsens. Seit September 2014 hat die Stadtbibliothek als Wissensspeicher der Stadt Zwickau ihr Domizil in diesem geschichtsträchtigen Gebäude bezogen.

Der Erhalt des Kornhauses und die Erschließung der Räumlichkeiten für die Stadtbibliothek Zwickau umfassten mehrere Bauabschnitte. Durch jahrelangen Leerstand, fehlende Unterhaltungsmaßnahmen und Brandschäden verschlechterte sich der Bauzustand seit dem Leerzug rapide.

Nachdem die Stadt das Gebäude erworben hatte, schlossen sich bis 2011 eine Notsicherung und weitere Maßnahmen zum Erhalt an. 2012 begannen die Sanierung und die denkmalgerechte Reparatur des historischen Dachstuhls. Seit 2013 erfolgten der Innenausbau, die Fassadensanierung und der Neubau der Tuchmacherbastei.

Insgesamt wurden auf dreieinhalb Ebenen großzügige Bibliotheksflächen geschaffen. Die hell, luftig und großzügig gestalteten Räume verbinden mittelalterliche Baukunst und moderne Bibliothek miteinander.

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