"MofA" gewinnt ersten Platz beim Innovationspreis
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Im Rahmen eines Workshops informierte das DRK Werdau die Asylberechtigten über die Grundlagen der Ersten Hilfe.

15. Februar 2018

Jobcenter, Landkreis und Stadt legen Projekt "MofA – Module für Asylberechtigte" auf und gewinnen damit "Innovationspreis 2017".

"Was uns in der Arbeit mit geflüchteten Menschen immer wieder aufgefallen ist, sind die Missverständnisse, die es zum Lebensalltag in Deutschland gibt", resümiert Nadine Friedemann, die Fachexpertin für Migration und Ausländer im Jobcenter Zwickau. Um diese auszuräumen und damit das Ankommen für die Geflüchteten leichter zu machen, entwarfen Jobcenter, Landkreis und Stadt Zwickau im vergangenen Jahr das Joint venture "MofA – Module für Asylberechtigte".

In Kooperation mit der Integrationsberatungsstelle Zwickau bietet das Jobcenter sieben Workshops für geflüchtete Menschen mit Bleibeperspektive und aufenthaltsberechtigte Drittstaatenangehörige, die zum ersten Mal ins Jobcenter kommen, an. Diese finden mittwochs in der Integrationsberatungsstelle in der Hauptstraße 56 statt – der eine am Vormittag wird ins Arabische übersetzt, der andere am Nachmittag ins Persische.

"Uns geht es darum, den Geflüchteten die Zuständigkeiten der Behörden, den Umgang mit Dokumenten und den Verbrauch von Strom und Wasser in der eigenen Wohnung, der sich oftmals klar von denen im Herkunftsland unterscheidet, zu erleichtern", erklärt Friedemann. Man wolle dabei helfen, wie zu reagieren ist, wenn beispielsweise eine Vielzahl von Briefen mit behördlichen Aufforderungen im Briefkasten liegt, die Heizung ständig aufgedreht ist und der Stromanbieter daraufhin eine Nachforderung schickt oder mit dem Abdrehen des Stroms droht oder aber wenn die deutsche Mülltrennung nicht der im Heimatland entspricht und es danach Beschwerden gibt. "MofA geht das an, was die größten Integrationsprobleme gibt, nämlich den Alltag in einer völlig neuen Kultur", resümiert Ulrike Lehmann, die Ausländer- und Integrationsbeauftragte der Stadt Zwickau. Sie ist begeistert von diesem Projekt.

Die sieben Workshops behandeln folgende Themen:

  • "Kultur & Leben" befasst sich mit dem deutschen Grundgesetz, der Demokratie und der Geschlechtergleichheit – das Modul wird durchgeführt von der kommunalen Integrationskoordinatorin der Integrationsberatungsstelle Zwickau. Als Gastredner hält der Frauenschutz einen Vortrag.
  • "Staat & Sicherheit" hat die Aufgaben der Polizei, der Gerichte, von Feuerwehr und Ordnungsamt zum Inhalt und wird von Vertretern eben dieser Institutionen geleitet.
    Im "Behörden-ABC & und soziale Einrichtungen" geht es um die Zuständigkeiten deutscher Behörden wie Jobcenter, Jugendamt, Ausländerbehörde sowie um die Angebote von Möbelbörsen, Sozialkaufhäusern und der Tafeln.
  • Der Workshop "Wohnen & Energie" beschäftigt sich mit dem Strom- und Energieverbrauch, der Wohnungssuche, der Mülltrennung, den Betriebskosten und mit dem Umgang mit eventuell entstehenden Schulden. Gesprächspartner dafür sind die Energieversorgung, Klimamanager, diverse Vermieter und das Jobcenter.
  • Bei "Sprache & (Weiter)Bildung" geht es um Deutschkurse, Weiterbildungen und Förderungen – geleitet wird dieses Modul von Bildungsträgern und dem Jobcenter.
  • Das Bürgeramt, der Verbraucherschutz und die Schuldnerberatung beraten zu "Dokumenten & Verbraucherschutz".
  • Erzieher aus Kindertagesstätten der Stadt, das Amt für Schule, Sport und Soziales sowie die Sächsische Bildungsagentur erklären im Modul "Bewerbung, Arbeit, Ausbildung" die Bedeutung der Bildungskette. Das Jobcenter informiert gemeinsam mit einem Arbeitgeber über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der Region sowie über verschiedene Bewerbungsverfahren.

"Wir bekommen viele positive Rückmeldungen nach den Kursen" resümiert Ina Loitsch. Für die kommunale Integrationskoordinatorin des Landkreises werden durch die vielfältigen Fragen der Teilnehmer "die einzelnen Module lebendig".

Das Jobcenter Zwickau hat sich mit MofA an der Prämierung zum Innovationspreis 2017 beworben, den die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit ausgelobt hat. "Wir haben den ersten Platz gewonnen", freut sich Jobcenter-Chefin Michaela Ungethüm. Ihr Fazit zum Projektbeginn: "Wenn man sieht, wie die Akteure von Stadt, Landkreis, Jobcenter, den Vereinen, Behörden und städtischen Unternehmen gemeinsam agieren, habe ich ein sehr, sehr gutes Gefühl für die Integration. Es ist wunderbar zu sehen, wie es miteinander funktioniert."

Foto: Im Rahmen eines Workshops informierte das DRK Werdau die Asylberechtigten über die Grundlagen der Ersten Hilfe.

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