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Wolf

24. April 2018

Auch wenn sich Wölfe in Sachsen nicht überall territorial etabliert haben, muss in ganz Sachsen mit ihrem Auftauchen gerechnet werden. Anlässlich der bevorstehenden Weidesaison sollte darum jeder Tierhalter die Schutzmaßnahmen für seine Weidetiere vor Wolfsübergriffen überprüfen und ggf. verbessern.

Wenn es zu Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere kommt, werden Schafe, Ziegen und Wild im Gatter am häufigsten von Wölfen gerissen, da sie gut in deren Beuteschema passen.

 

Herdenschutzmaßnahmen garantieren zwar keinen 100prozentigen Schutz, können jedoch Übergriffe durch den Wolf effektiv reduzieren.

 

Nachfolgende Maßnahmen haben sich gemäß den hiesigen sowie internationalen Erfahrungen als wirkungsvoll erwiesen:

 

Schafe, Ziegen und Wild in Gattern

 

Elektrozäune mit einer Höhe von 100 bis 120 Zentimeter bieten einen wirksamen Schutz. Sowohl Netzzäune als auch stromführende Litzenzäune (mit mindestens fünf Litzen) sind geeignet. Wo die Möglichkeit besteht, ist das Einstallen über Nacht bei kleineren Tierbeständen empfehlenswert.

Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material verursachen anders als Elektrozäune beim Wolf keinen Schmerz, wenn er diese berührt. Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben, übersprungen oder überklettert werden, weshalb sie nicht empfohlen werden.

 

Bei Wildgattern ist besonders auf einen Schutz vor dem Untergraben der Umzäunung durch den Wolf zu achten. Um dies zu verhindern, kann zusätzlich eine Zaunschürze aus Knotengeflecht oder eine bodennahe, stromführende Drahtlitze verwendet werden.

 

Tierhalter sollten ihre Zäune regelmäßig auf Schwachstellen prüfen und diese ggf. zeitnah beseitigen. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten bieten und alle Seiten der Koppel müssen geschlossen sein. Über offene Gräben oder Gewässer können Wölfe leicht eindringen. Bei stromführenden Zäunen sind eine ausreichende Spannung (mind. 2 500 Volt) über die gesamte Zaunlänge und eine gute Erdung wichtig. Die Zäune sollten nicht durchhängen, sondern die empfohlene Höhe von 100 bis 120 Zentimeter auf der gesamten Zaunlänge aufweisen. Außerdem sollte die Koppel nicht zu klein sein, damit die Tiere bei einem versuchten Übergriff durch einen Wolf genügend Platz zum Ausweichen haben und nicht ausbrechen.

 

Rinder und Pferde

 

Aufgrund der Seltenheit von Wolfsübergriffen auf Rinder und Pferde in Sachsen, gibt es für diese Nutztierarten derzeit keinen definierten Mindestschutz. Die Zahlung von Schadensausgleich ist also nicht an die Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen gebunden. Beim Bau von Weidezäunen ist allerdings die gute fachliche Praxis in der Weidetierhaltung empfehlenswert. Kälber und Fohlen, die sich in der Herde befinden, sind in der Regel durch die Wehrhaftigkeit der erwachsenen Tiere geschützt. Das Risiko eines Übergriffs steigt, wenn Jungtiere die Möglichkeit haben, sich aus der Koppel zu entfernen. Die Zäune sollten daher so aufgebaut sein, dass Jungtiere die Koppel nicht verlassen können. Hierfür sind stromführende Litzenzäune, bestehend aus fünf Litzen (Litzenhöhe: 20, 40, 60, 90, 120 Zentimeter), empfehlenswert.

 

Beratung zur Förderung von Herdenschutzmaßnahmen

 

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie „Natürliches Erbe" NE/2014 Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern) fördern zu lassen. Dies gilt sowohl für Hobbyhalter als auch für Tierhalter im landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerb. Der Fördersatz liegt bei 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben (vom Netto).

 

Ansprechpartner:

 

Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie

Herr Klausnitzer

Telefon: 0151 50551465

E-Mail: Herdenschutz@Klausnitzer.org

 

Die Beratung ist kostenfrei und kann auch vor Ort stattfinden.

 

Schadensausgleich

 

Im Freistaat Sachsen werden Schäden, bei denen der Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden kann, auf Grundlage von § 40 Abs. 6 SächsNatSchG finanziell ausgeglichen. Dies gilt für alle Haus- und Nutztierarten.

 

Bei Schaf- und Ziegenhaltern sowie Betreibern von Wildgattern ist der Anspruch auf Schadensausgleich an die Einhaltung der Kriterien für den Mindestschutz gebunden. Dazu gehören für Schaf- und Ziegenhalter mindestens 90 Zentimeter hohe Elektrozäune mit ausreichender Spannung (mind. 2 500 Volt) oder für Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern mind. 120 Zentimeter hohe Festzäune. Die Koppel muss zudem an allen Seiten auch zu Gewässern geschlossen sein und überall einen festen Bodenabschluss aufweisen.

 

Voraussetzung für die Zahlung von Schadensausgleich ist eine Begutachtung durch einen Mitarbeiter des Landratsamtes Zwickau, Sachgebiet Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, vor Ort. Dafür muss die Meldung des Schadens durch den Tierhalter zeitnah innerhalb von 24 Stunden an das Landratsamt, Telefon: 0375 4402-26200, erfolgen. Außerhalb der Dienstzeiten des Landratsamtes, an Wochenenden oder Feiertagen kann der Kontakt zu den Rissgutachtern auch über die Rettungsleitstelle hergestellt werden.

 

Hinweise zum Vorkommen von Wölfen im Landkreis Zwickau nehmen das Landratsamt Zwickau, untere Naturschutzbehörde, Telefon: 0375 4402-26200, das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, Telefon: 035727 57762, E-Mail: kontakt@lupus-institut.de, gern entgegen

 

Mehr Informationen zum Wolf in Sachsen:

 

Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen"

Am Erlichthof 15

02956 Rietschen

Telefon: 035772  46762

Fax: 035772  46771

E-Mail kontaktbuero@wolf-sachsen.de

Internet: www.wolf-sachsen

 

Foto: Ralph Frank

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