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Logo der Kampagne SPRICH LIES SING MIT MIR

Sprachauffälligkeiten gehören zu den am häufigsten festgestellten Befunden bei Schulanfängern. Etwa jedes dritte Vorschulkind in unserem Landkreis ist sprachauffällig.

Sprachkampagne des Landratsamtes Zwickau

„Bitte sprich, lies und sing mit mir!“

Seit Jahren gehören Sprachauffälligkeiten zu den im Gesundheitsbericht des Gesundheitsamtes des Landkreises Zwickau am häufigsten dokumentierten Befunden bei Schulanfängern. Etwa jedes dritte Vorschulkind in unserem Landkreis ist sprachauffällig.

Im Landkreis gab und gibt es bereits verschiedene Bundesprogramme zur Sprachförderung, die aber noch keine Trendwende herbeigeführt haben.

Die Regionale Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (RAG) gründete im Sommer 2014 den Arbeitskreis „Sprachentwicklungshilfen“, in dem Mitarbeiter des Sachgebietes Prävention des Jugendamtes, des Netzwerkes Kindeswohl, der Kita-Fachberatung, der Sprachheilschule Zwickau und der Gesundheitsberichterstattung des Gesundheitsamtes zusammenarbeiten, um eine nachhaltige Strategie zur Bekämpfung dieser Sprachauffälligkeiten aufzubauen.

Leitgedanke von Anfang an war, dass Sprache der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und eine erfolgreiche Bildungs- und Berufslaufbahn ist. Sprache darf kein Privileg sein.

Der Arbeitskreis entwickelte deshalb die Kampagne „Bitte sprich, lies und sing mit mir!“. Geschichten erzählen, gemeinsam Bilderbücher anschauen und vorlesen, Singen und Tanzen, das Gespräch im Alltag … - alles was sich sprachlich begleiten lässt - dient der Sprachentwicklung der Kinder. Das ist der Grundgedanke auf dem die Kampagne aufbaut.

Es geht um bedarfsgerechte Prävention, sowohl in medizinischer als auch in pädagogischer Hinsicht, d. h., familiäre und pädagogische Sprachförderung, die Motivation zur Kommunikation und sprachförderndem Verhalten im familiären Umfeld und in der Kindertageseinrichtung.

Die Hauptzielgruppe der Kampagne sind Familien, d. h. Eltern und auch Großeltern mit ihren Kindern und Enkelkindern im Kleinkind und Vorschulalter.

Die Kampagne wird sich in mehreren Etappen vollziehen. Ende 2016 begannen die Mitarbeiter der Aufsuchenden Familienbegleitung des Jugendamtes bei ihren Hausbesuchen auf Wunsch sogenannte „Elternbriefe zur Sprachförderung“ des Berufsbildungswerkes Leipzig - mit Hinweisen zur Sprachbildung und -erziehung - an die frisch gebackenen Eltern auszugegeben, auch mit Hinblick auf vielleicht schon ältere Geschwisterkinder.

Die fünf „Sprach-Elternbriefe“ für die Altersgruppe der zwei- bis sechsjährigen Kinder sind anschauliche bunte Informationsklappkarten. Mit Beginn eines jeden neuen Lebensjahres kann ein Bild des Kindes auf der Vorderseite der jeweiligen Karte eingeklebt und sprachliche Beobachtungen notieren werden. Auf der Innenseite wird beschrieben, über welche sprachlichen Fähigkeiten Kinder in diesem bestimmten Alter verfügen sollten und wie sie in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden können. Die Rückseite enthält Sprache fördernde Übungen oder Spiele für Eltern und Kind.

Diese Elternbriefe werden jetzt auch Kindertagesstätten in Schwerpunktregionen zur Verfügung gestellt, um sie z. B. bei Elterngesprächen an die Eltern weitergeben zu können. Bei den Kita-Untersuchungen der vierjährigen Kinder kann das Gesundheitsamt bei Sprachauffälligkeiten ebenfalls die Elternbriefe gemeinsam mit den Befunden den Eltern zukommen lassen.

Eine weitere Etappe der Kampagne beginnt mit der Bereitstellung sogenannter „Situationskarten“. Dabei handelt es sich um Kärtchen, ähnlich einem Lesezeichen, auf denen neben kurzen Ausführungen zur Kampagne, die Ansprechpartner und in drei Kategorien praktische Hinweise für Sprachübungen aufgedruckt sind. Unterschieden wird in die drei Kategorien:

  • „Bitte sprich mit mir!“
  • „Bitte lies mit mir!“
  • „Bitte sing mit mir!“

Verbunden mit einem Situationsbild werden klare kurze Anleitungen für jeweils eine Sprachübung, die gut in das alltägliche Leben integrierbar ist, gegeben.

Ab Herbst 2017 sollen die Kärtchen z. B. an den Kassen von Supermärkten, vor allem in den Schwerpunktgebieten der Sprachdefizite unseres Landkreises, kostenlos ausgelegt werden. Zusätzlich kommen Plakate, ähnlich gestaltet wie die Situationskarten, zum Einsatz.

Der QR-Code auf Situationskarten und Plakaten leitet die interessierten Bürger auf die Internetseite des Landkreises weiter, wo weitere Informationen zur Sprachförderung verfügbar sind. Neben einem Sprachentwicklungs-Wegweiser werden noch Adressen für Einrichtungen zur Sprachförderung und andere hilfreiche Materialien zu finden sein.

Logo der Kampagne des Landkreises

Zum Erscheinungsbild der Kampagne gehört ein Logo. Es stellt einen stilisierten Baum dar, der an die Idee des „Sprachentwicklungsbaums“ von Prof. Dr. Wolfgang Wendlandt anknüpft, und gleichzeitig das Motto der Kampagne „Bitte sprich, lies und sing mit mir!“ wiedergibt.

Anfang 2018 sollen für die Kampagne kostenlos ein Kurzfilm und ein Kurzhörspiel zur Verfügung stehen. Im Film werden Familienszenen als Stummfilm dargestellt, die von der Familie begleitend zu synchronisieren sind. Das Hörspiel wird eine lückenhafte Kommunikation der Gesprächspartner anbieten, die von der Familie zu ergänzen ist.

Diese Kampagne ist auf eine Zeitspanne von mehreren Jahren angelegt.

Kontakt:

Besucheradresse:

  • Landkreis Zwickau
    Landratsamt
    Jugendamt
    Sachgebiet Prävention
    Verwaltungszentrum
    Königswalder Straße 18
    08412 Werdau
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