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Im Bild Landrat Dr. Christoph Scheurer, zweiter von links mit Gästen beim Durchschneiden des Bandes auf der Brücke

02. Juni 2020

In den letzten Wochen hat sich die neue Muldenbrücke im Ortsteil Schlunzig der Stadt Zwickau regelrecht zu einem Ausflugziel entwickelt, die seit dem 29. Mai 2020 für den Verkehr freigegeben ist.

Grund dafür ist ihre imposante Bauweise mit ihren 24 blauen Stahlseilen mit jeweils rund zehn Zentimeter Durchmesser und einer Kraft von 412 Tonnen, die weithin zu sehen ist. In der Nacht ist die Brücke illuminiert, sodass sie nochmals zum Hingucker avisiert.

 

In seiner Rede anlässlich der Verkehrsfreigabe brachte Landrat Dr. Christoph Scheurer nicht nur seiner Freude zum Ausdruck, dass dieses „Monumentalwerk“ endlich beendet werden konnte, sondern wies auch auf die Bedeutung dieser Brücke als Zubringer für Volkswagen (VW) Sachsen hin. Dann plauderte er aus dem Nähkästchen, wie kritisch sich die Situation bereits beim Hochwasser 2002 darstellte und die Brücke zu überfluten drohte. Damals war er persönlich vor Ort, um die Situation gemeinsam mit den Einsatzkräften zu kontrollieren.

 

Auch Dirk Coers, Geschäftsführer Personal und Organisation Volkswagen Sachsen, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung dieser Verkehrsader für den reibungslosen Produktionsablauf der VW-Produktion am Standort Schlunzig. Auch aus diesem Grund lud er den Landrat ein, nach dem symbolischen „Banddurchschnitt“ mit einen ID 3 die neue Brücke zu überfahren. Alle weiteren Gäste folgten dem Elektrofahrzeug mit ihrem fahrbaren Untersatz, sodass ein Autokorso entstand.

 

Weitere Gäste, die am Band standen und dem Bauwerk Glück wünschten, waren Kathrin Köhler, Bürgermeisterin der Stadt Zwickau, Erik Schindler vom Ingenieurbüro Schulze und Rank Chemnitz und Herr Höpping vom Bauunternehmen Arlt. Gleichfalls zu den Gästen zählte der Ortsvorsteher von Schlunzig René Kunz, der vom Landrat einen Scheck in Höhe von 500 EUR entgegennahm, mit der Maßgabe, die Muldenbrücke von Schlunzig im Advent mit einem Schwibbogen zu schmücken.

 

Der Ersatzneubau der Muldenbrücke im Ortsteil Schlunzig ist die größte der 50 Maßnahmen im Landkreis Zwickau zur Beseitigung der durch das Hochwasser 2013 verursachten Schäden. Der Neubau erfolgte unter der Beachtung folgender Prämissen, dass es den Bedingungen eines Flora-Fauna-Habit-Gebietes entspricht, dass kein Flusspfeiler den Hochwasserabfluss behindert und dass sich ihr Design in die Umgebung mit Muldenaue und Industriestandort einfügt.

 

Ursprünglich sollte die alte Muldenbrücke instand gesetzt werden. Die ersten Untersuchungen dazu begannen ab Ende 2013. Im Ergebnis stellte sich der Ersatzneubau als sinnvollere Alternative heraus und die Schrägseilbrücke als die wirtschaftlichste Variante.

 

Der Planungsbeginn war 2014, im November 2017 lag Baurecht vor. In öffentlicher Ausschreibung konnte mit dem Bauunternehmen Arlt aus Frohburg eine sehr erfahrene, kompetente und leistungsfähige Brückenbaufirma bezuschlagt werden. Von Baubeginn im Frühjahr 2018 gingen die Arbeiten zügig voran bis zum geplanten Einbau und Spannen der Seile. Hier ließ die Montagfirma ein halbes Jahr auf sich warten. Bis Februar 2020 lief der Verkehr ungehindert auf der alten Brücke. Für die Anbindung der Kreisstraße an die neue Brücke und den Abriss der alten machte sich zeitweilig eine Vollsperrung erforderlich.

 

Im Übrigen sind die Schrägseile nicht blau angestrichen. Es handelt sich um eine innovative Kunststoffbeschichtung, die geringen Wartungsaufwand und längere Lebensdauer verspricht.

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