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Plakat Kampagne Hilfetelefon

01. August 2022

Frauen und Mädchen aus dem Landkreis Zwickau können teilnehmen.

Ein Forschungsteam an der Hochschule Merseburg untersucht im Auftrag des Sächsischen Justizministeriums häusliche Gewalt, Stalking und sexualisierte Gewalt in ganz Sachsen. An der "Dunkelfeldstudie zur Viktimisierung von Frauen durch häusliche Gewalt, Stalking und sexualisierte Gewalt" (kurz VisSa-Studie) können alle Frauen ab 16 Jahren teilnehmen.

Auch 2022 bleibt Gewalt an Frauen und Mädchen ein aktuelles Thema. Die bundesweite polizeiliche Kriminalstatistik listet für 2021 knapp 10 000 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen auf. Etwa 94 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Die Statistik basiert auf angezeigten Taten. "Diesem polizeilich erfassten Hellfeld steht jedoch ein deutlich größeres Dunkelfeld gegenüber", erläutert Professor Heinz-Jürgen Voß, Leiter der VisSa-Studie und Prorektor für Studium und Lehre an der Hochschule Merseburg. "Aus anderen Studien, etwa zu ‚Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland‘ , wissen wir, dass etwa die Hälfte aller in Deutschland lebenden Frauen in ihrem Leben sexuelle Belästigung erfährt und ein Viertel Gewalt in ihrer aktuellen oder einer früheren Partnerschaft ausgesetzt ist." Die Gewalt könne unterschiedliche Formen annehmen. Sie könne von psychischem Druck und dem Ausnutzen von Abhängigkeiten bis hin zu körperlichen Attacken und Zwang zu sexuellen Handlungen reichen. Nach wie vor sei das Thema gesellschaftlich tabuisiert, das Sprechen darüber für Betroffene erschwert, so Voß.

Studie soll Datenlage verbessern

Trotz der bestehenden Missstände ist zudem die Datenlage dünn. "Es fehlt an aktuellen und länderspezifischen Zahlen", berichtet Anja Kruber, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt. Dabei seien gerade diese wichtig für die Gewaltschutzprävention vor Ort, etwa in einzelnen sächsischen Landkreisen.

Daher befragt die VisSa-Studie sachsenweit Mädchen und Frauen ab 16 Jahren. Die Umfrage findet online statt. Die Fragen werden anonym beantwortet, so können keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden.
Durch die Studie sollen nicht nur die Häufigkeiten von Gewalttaten für Sachsen erhoben werden. Vielmehr soll der Kontext der Gewalt untersucht werden. "Es geht um Ausgangspunkte von Gewalt, Gewaltspiralen in Beziehungen und wie sie unterbrochen werden können", erläutert Judit Baer, ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsteam. Es werde nach Inanspruchnahme von Hilfe und Unterstützung gefragt. "Schlussendlich hat die Studie das Ziel, Risikofaktoren zu ermitteln und das Unterstützungssystem in Sachsen zu verbessern", fasst Baer das Untersuchungsvorhaben zusammen. Frauen in allen sächsischen Landkreisen sollen erreicht werden, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Birgit Riedel, unterstützt diese Studie und ruft Mädchen und Frauen des Landkreises Zwickau auf, daran teilzunehmen.

Bis Ende September 2022 kann an der Online-Befragung teilgenommen werden. 

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