Region bietet industrielles Rückgrat für neue Raumfahrtindustrie
Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in der Sächsischen Zeitung vom 19. März betont, dass Sachsen hervorragende Voraussetzungen für die Ansiedlung entsprechender Fertigungskapazitäten mitbringt.
Hintergrund sind die Planungen für ein milliardenschweres Satellitenprojekt, mit dem Deutschland seine technologische Souveränität im All stärken will. Sachsen gilt dabei als aussichtsreicher Standort mit hervorragenden Voraussetzungen. Südwestsachsen bringt sich dabei geschlossen als leistungsfähiger industrieller Kernraum in die Diskussion ein.
Der Landkreis Zwickau, der Vogtlandkreis sowie der vogtländische Landtagsabgeordnete Sören Voigt sehen darin eine zentrale industriepolitische Chance für die Region.
Industrie statt nur Forschung – Südwestsachsen kann liefern
Südwestsachsen bringt genau die Kompetenzen ein, die für die nächste Phase der Raumfahrt entscheidend sind: industrielle Skalierung, Serienfertigung und schnelle Umsetzung. Im Vogtland ist mit dem Standort Schöneck bereits ein industrieller Nukleus entstanden. Gleichzeitig verfügt insbesondere der Landkreis Zwickau über umfassende Erfahrung in hochskalierter Produktion, Qualitätssicherung und komplexen Lieferketten – Fähigkeiten, die für den Aufbau großer Satellitenkonstellationen zwingend erforderlich sind. Mit dem bestehenden Standort in Schöneck und den industriellen Kapazitäten insbesondere im Landkreis Zwickau bietet Südwestsachsen ideale Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Raumfahrt-Cluster – von der Elektronikfertigung bis zur Systemintegration.
Landrat Carsten Michaelis (Landkreis Zwickau): „Wenn Deutschland Raumfahrt industriell denken will, dann braucht es Standorte wie Südwestsachsen. Wir haben die Menschen, die Infrastruktur und vor allem die Erfahrung aus über 100-jähriger Automobilindustrie, um in großen Stückzahlen zuverlässig zu produzieren. Genau hier liegt unsere Stärke – und genau hier wollen wir ansetzen.“
Strukturwandel aktiv gestalten – neue Wertschöpfung aufbauen
Die Transformation der Automobilindustrie eröffnet konkrete Chancen: freiwerdende Kapazitäten, qualifizierte Fachkräfte und industrielle Infrastruktur können gezielt in Zukunftsbranchen überführt werden.
Raumfahrt ist dabei längst ein wachsender industrieller Markt mit großem Beschäftigungspotenzial – von Facharbeit bis Hightech-Entwicklung.
Landrat Thomas Hennig (Vogtlandkreis): „Wir haben mit dem Standort Schöneck gezeigt, dass wir mit unseren Fähigkeiten für die Raumfahrt interessant sind. Jetzt gilt es, diesen Ansatz konsequent weiterzuentwickeln und zusätzliche Wertschöpfung in der Region zu verankern. Südwestsachsen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv Teil dieser neuen Industrie zu werden.“
Von der Idee in die Anwendung – Tempo wird entscheidend
Die aktuelle Hightech-Agenda des Bundes setzt klar auf einen schnelleren Transfer von Forschung in industrielle Anwendung. Genau hier liegt eine besondere Stärke der Region: praxisnahe Hochschulen, duale Ausbildung und ein innovationsbereiter Mittelstand ermöglichen eine zügige Umsetzung neuer Technologien.
Denkbar sind dabei auch neue Projekte an der Schnittstelle von Raumfahrt, Künstlicher Intelligenz und industrieller Produktion – etwa im Bereich autonomer Systeme oder intelligenter Fertigung.
Sören Voigt, Mitglied des Sächsischen Landtags: „Als Vogtländer sind wir eng mit der Raumfahrt verbunden. Jetzt eröffnet sich für unsere Region eine echte Zukunftsperspektive: weitere Ansiedlungen von Raumfahrtproduktion aufbauend auf starken Kompetenzen etwa in Schöneck. Die Entscheidung von OHB SE für den Standort ist ein starkes Signal für unseren Wirtschaftsstandort und für Hightech-Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Jetzt gilt es, diese Entwicklung konsequent weiterzudenken. Südwestsachsen hat das Potenzial, sich zu einem bedeutenden Kompetenzzentrum für Raumfahrttechnologie und industrielle Fertigung zu entwickeln – wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft weiter an einem Strang ziehen.“
Gemeinsam auftreten – mit klarem Anspruch
Das Vorhaben hat dabei nicht nur wirtschaftliche, sondern auch strategische Bedeutung für die technologische Souveränität und Sicherheitsarchitektur Deutschlands.
Die Region Südwestsachsen versteht sich als integrierter Industrieraum mit durchgängiger Wertschöpfung – von Mechanik über Elektronik bis hin zu Software und KI. Der Masterplan Südwestsachsen bietet dafür bereits die passende Struktur, um Qualifizierung, Transformation und gezielte Ansiedlungen voranzutreiben.
Die Partner sind sich einig: Jetzt kommt es darauf an, die vorhandenen Stärken konsequent zu nutzen und die richtigen industriepolitischen Weichen zu stellen.
„Südwestsachsen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – jetzt gilt es, gemeinsam mit dem Freistaat die nächsten Schritte zu gehen“, so die abschließende Botschaft. „Jetzt braucht es die klare Unterstützung des Ministerpräsidenten und des Wirtschaftsministers für die Region.“
