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ein kleiner Golden Retriever Welpe

16. März 2021

Der Handel mit illegal nach Deutschland eingeführten Welpen scheint derzeit zu blühen. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Zwickau musste in den letzten Tagen mehrfach Welpen beschlagnahmen, mit denen die Verkäufer auf einfache Art Geld verdienen wollten – auf Kosten der Tiere.

Diese müssen jetzt eine zum Teil mehrmonatige Quarantäne absolvieren in einer Lebensphase, die wichtig für die gesamte Entwicklung der Tiere ist.

 

Die Tiere kamen aus Ungarn, Rumänien und Moldawien. Sie wurden auf den Plattformen ebay-Kleinanzeigen, Quoka, Haustieranzeiger und edogs angeboten. Die Präsentation auf den Handelsplattformen stellt nicht immer die Realität dar und erfolgt mitunter betrügerisch als "Abgabetier" oder "Trennungstier". Hohe Preise gaukeln dabei Seriosität vor.

 

Die Tiere werden zu jung von der Mutter getrennt, leiden meist unter zum Teil lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten und erfüllen nicht die tierseuchenrechtlichen Bedingungen bezüglich der Tollwut, welche nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen tödlich verläuft. Zudem werden sie bereits sehr jung über lange Strecken transportiert. Diese Strapazen überleben die Welpen zum Teil nicht bzw. nur schwer krank und versterben beim Käufer nach teuren tierärztlichen Behandlungen.

 

Es zeigt sich also: Nur weil ein Welpe extrem hochpreisig und mit hübschen Fotos angeboten wird, heißt das nicht, dass man einen gesunden Welpen aus einer guten Welpenstube erwirbt.

 

Auch wenn der Wunsch nach einem Welpen derzeit sehr groß zu sein scheint, sollte jeder zukünftige Welpenbesitzer die Finger von unseriösen Händlern lassen. Nur wenn die Welpenhändler keinen Absatzmarkt mehr finden, kann dieser Trend wieder gebrochen werden. Die Handelsplattformen sind ebenfalls bemüht, die unseriösen Annoncen herauszufiltern und zu löschen. Zu erkennen sind sie oft recht leicht: die Verkäufer haben sich erst kurz zuvor bei der Handelsplattform angemeldet, es gibt keine Angaben zu Elterntieren, es werden in der Regel einzelne Welpen verkauft - inzwischen auch vom Verkäufer selbst gechipt und mit Blanko-EU-Heimtierausweisen ausgestattet. Die Zusammenarbeit der Plattformen mit den Behörden funktioniert sehr gut.

 

Problematisch ist aktuell, dass viele ihren Wunsch nach einem Welpen mit Welpengesuchen im Internet ankündigen. Somit müssen sich die Verkäufer nicht einmal mehr die Mühe machen, auf den gängigen Plattformen zu annoncieren.

 

Wer sich einen vierbeinigen Begleiter an seiner Seite wünscht, sollte sich vorrangig an eines der örtlichen Tierheime wenden oder den Kontakt zu einem seriösen Züchter suchen, bei dem Muttertiere und Wurfgeschwister persönlich besichtigt werden können. Das neue Familienmitglied kann dann in der Regel nicht so schnell daheim begrüßt werden, allerdings kann in  der Wartezeit auch die Entscheidung für einen Familienhund nochmals reifen.

 

Foto: Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt

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