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16. Juli 2019 Glauchau

Lebendige Industriekultur abseits der Metropolen - das EU-Projekt InduCult2.0 bringt periphere Regionen aus Mitteleuropa zusammen, die stark auf Industrieproduktion ausgerichtet waren und sind.

ÜBER INDUCULT2.0

Mit dem Projektende im Mai 2019 bietet InduCult2.0 eine große Zahl an Ergebnissen und Erfahrungsberichten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Projektergebnisse

Während der Projektlaufzeit hat der Landkreis Zwickau 620.000 Euro zur Förderung regionaler Industriekultur genutzt für

  • 5 Veranstaltungen der Fokusgruppe „Lebendige Industriekultur im Landkreis Zwickau“,
  • 5 strategische Dokumente zur lebendigen Industriekultur im Landkreis Zwickau,
  • 10 Konzepte und deren Umsetzung in drei thematischen Schwerpunkten (siehe Abschnitt Regionale Aktionen),
  • die Organisation der transnationalen Abschlusskonferenz 2019 mit 120 Gästen aus 8 Ländern in Zwickau,
  • die Teilnahme an 6 transnationalen Partnertreffen,
  • die Vernetzung von Akteuren aus Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Verwaltung und Bildung auf regionaler, nationaler und mitteleuropäischer Ebene,
  • die Etablierung des Konzepts lebendiger Industriekultur im Landkreis Zwickau.
     

Publikationen (Downloadbereich)

In InduCult2.0 sind - in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der regionalen Fokusgruppe „Lebendige Industriekultur im Landkreis Zwickau“ - folgende Dokumente entstanden:

 

Außerdem wurden verschiedene Maßnahmen zur Förderung regionaler Industriekultur geplant und umgesetzt. Hier finden Sie eine Auswahl an Ergebnissen, sowie deutsch- und englisch-sprachige Zusammenfassungen:

Die Konzeptionierung und Umsetzung aller Maßnahmen war nur in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Akteuren möglich. Enge InduCult2.0-Kooperationspartner im Landkreis Zwickau sind in der Argumentationsbroschüre „11 Argumente für eine lebendige Industriekultur im Landkreis Zwickau“ aufgeführt.

Fakten

InduCult2.0 gehörte zu den 35 genehmigten Projekten im ersten Aufruf des Förderprogramms Central Europe bei 620 Einreichungen. Hier ist das EU-Projekt in Zahlen und Fakten:

Titel: InduCult2.0: Industrielles Erbe, kulturelle Ressourcen der Industrie und kreative Pioniere - Lebendige Industriekultur in Mitteleuropa
Laufzeit: Juni 2016 - Mai 2019
Förderprogramm: INTERREG CENTRAL EUROPE (www.interreg-central.eu)
Gesamtbudget: 3 Millionen Euro, davon 2,45 Millionen Euro EFRE
Budget Landkreis Zwickau: 0,62 Millionen Euro (für Führungspartner- und Projektpartner-Aufgaben)
Förderrate Landkreis Zwickau: 80 %
Weitere Förderer:

Sächsisches Staatsministerium des Innern

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Andockprojekt)

Führungspartner: Landkreis Zwickau
Partner: 8 Regionen in Deutschland, Polen, Belgien, Tschechien, Österreich, Kroatien, Slowenien, Italien sowie 2 wissenschaftliche Institutionen
Projekt-Webseite: www.inducult.eu
Ansprechpartner:
Landkreis Zwickau, Dez. IV, Projekt InduCult2.0
Carsten Debes, Gina Zimmermann, Karen Kriedemann
inducult2.0@landkreis-zwickau.de
Tel.: 0375 4402-25114

 

Förderer

Das Partner-Konsortium (Grafik: Projektgruppe InduCult2.0)

Das Partner-Konsortium

Gemeinsamer Arbeitsansatz

Diese Partnerregionen wollten die kulturellen Qualitäten ihrer industriellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nutzen, um sich als attraktive Orte für Arbeit, Leben und Erholung zu positionieren.

Im Einzelnen beabsichtigte die Partnerschaft:

  • das Konzept lebendiger Industriekultur in Mitteleuropa bekannt zu machen;
  • die spezifische Kultur in Industrieregionen zu stärken und als Standortfaktor zu nutzen;
  • den Pioniergeist in Industrieregionen wiederzubeleben.

Als europäisches Verbundprojekt organisierte InduCult2.0 transnationalen Vergleich, gegenseitige Beratung und Austausch zu Pilotaktionen vor Ort. Das Projekt orientierte sich dabei an den Ansätzen der „Lernenden Netzwerke" und der „Wertschätzenden Erkundung“.

Zentrales Fundament im Projekt war die spartenübergreifende Zusammenarbeit zwischen industriellen Museen (stellvertretend für die Vergangenheit), Unternehmen (für die Gegenwart) und (Hoch-)Schulen sowie Kreativzentren (für die Zukunft).
 

Projektansatz (Grafik: Projektgruppe InduCult2.0)

Projektansatz

Von Industriekultur1.0 zu 2.0

Industriekultur ist eine junge Erscheinung in der europäischen Kulturlandschaft: In den letzten Jahrzehnten vorrangig auf Denkmalschutz und Bauwerksumnutzung orientiert (Industriekultur 1.0), war der innovative Ansatz in InduCult2.0, zeitgenössische kulturelle und kreative Ressourcen einzuschließen (Industriekultur 2.0 = lebendige Industriekultur). Industriekultur wird auf diese Weise zu einem dynamischen Konzept, das den permanenten Wandel der industriellen Wirtschaft und Gesellschaft spiegelt und gestaltet.

Industriekultur2.0 als zeitenübergreifender Ansatz (Grafik: Projektgruppe InduCult2.0)

Industriekultur2.0 als zeitenübergreifender Ansatz

Mit InduCult2.0 griff der Landkreis ein Thema auf, das auch in Sachsen als wichtig erachtet wird. Bereits 2009 erarbeitete  der Wissenschaftliche Beirat für Industriekultur in Sachsen am Zweckverband Sächsisches Industriemuseum Handlungsempfehlungen für Industriekultur, an die InduCult2.0 anknüpft.

Vor diesem Hintergrund vermerkt der Koalitionsvertrag 2014 vom Freistaat Sachsen: „Die sächsische Industriekultur ist Bestandteil des zu erhaltenden kulturellen und musealen Erbes.“

Auf der Grundlage dieser politischen Vereinbarung führt der Freistaat 2020 sowohl das sächsische Jahr der Industriekultur als auch eine dazugehörige Landesausstellung durch.

Des Weiteren entwickelte die Tourismus-Marketinggesellschaft Sachsen eine sächsische Route der Industriekultur.

Der Freistaat betreibt außerdem das Netzwerk Industriekultur.

Im Rahmen der Projektarbeit vernetzte sich der Landkreis Zwickau eng mit weiteren sächsischen Initiativen, die sich dem Thema Industriekultur verschrieben haben, insbesondere:

An diesem Abschnitt wird noch gearbeitet. Víelen Dank für Ihr Verständnis!

REGIONALE ERGEBNISSE

Um das Projekt in der Region möglichst breit zu verankern, rief der Landkreis eine regionale Fokusgruppe „Lebendige Industriekultur“ ins Leben. Vertreterinnen und Vertreter der Industriemuseen, des Tourismus, der Wirtschaft, der (Hoch-)Schulen sowie der Kultur- und Kreativschaffenden kamen hier in 5 Beratungen zwischen Oktober 2016 und November 2018 zusammen, um

  • lebendige Industriekultur als Identitätsmerkmal und Standortfaktor der Region zu fördern;
  • Aktionen im Rahmen von InduCult2.0 und darüber hinaus zu begleiten;
  • bei strategischen Dokumenten (Argumentationsbroschüre, Aktionspläne, Strategiepapier) zu unterstützen.

Der erste Meilenstein der Fokusgruppe war die Erarbeitung einer gemeinsamen Argumentationsbroschüre11 Argumente für eine lebendige Industriekultur im Landkreis Zwickau“, die verdeutlicht, warum eine lebendige Industriekultur ein wichtiger Standortfaktor für die Region ist.

Im Anschluss daran erarbeitete die Fokusgruppe mit weiteren Akteuren der Region drei thematische Aktionspläne, die Projekte und innovative Projektideen zur Förderung von regionaler Identität und Tourismus, von Fachkräftesicherung und Unternehmensbindung, sowie von Kreativität und Innovation abbilden. Die Aktionspläne geben erstmalig eine Übersicht industriekultureller Aktivitäten im Landkreis Zwickau.

Aufbauend auf die vorangegangenen Dokumente entstand ein Strategiepapier, das Handlungsempfehlungen für eine lebendige Industriekultur im Landkreis Zwickau bereitstellt. Es verbindet Perspektiven aus Wirtschaft, Kultur, Bildung, Verwaltung und Tourismus, die zeigen, wie Industriekultur als besonderes Potenzial des Landkreises genutzt werden kann. Das Papier mit seinen Empfehlungen richtet sich in erster Linie an die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger des Landkreises Zwickau, aber auch des Freistaates Sachsen.

Die Fokusgruppe veranstaltete im Sommer 2017 außerdem eine Ideenfabrik, bei der sich Akteure regionaler Industriekultur vernetzen konnten. Formate wie diese förderten neue Kooperationen und gaben Raum für neue Projektideen.

Schließlich war die Fokusgruppe auch in die transnationale Partnerschaft eingebunden. Sie konnte ihre Erfahrungen einbringen und von den Erfahrungen anderer InduCult2.0-Partnerregionen lernen (siehe Abschnitt Transnationale Aktionen).

Aufgrund dieser erfolgreichen Netzwerkarbeit soll die regionale Fokusgruppe auch nach dem Ende von InduCult2.0 bestehen bleiben (siehe Abschnitt Nachhaltigkeit).

Die Durchführung der Workshops und die Erarbeitung der Dokumente entstanden in Zusammenarbeit mit dem BUZ – Büro für Urbane Zwischenwelten.

Im Rahmen der Projektlaufzeit von InduCult2.0 hat der Landkreis Zwickau mit seinen regionalen Partnern eine Reihe innovativer Maßnahmen zur Förderung lebendiger Industriekultur abseits der Metropolen entwickelt und getestet. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Projektarbeit und ihre Ergebnisse:

Industriekultur zur Förderung von Identität und Tourismus

Installation „Industry goes public“:

Gemeinsam mit dem Tourismusregion Zwickau e.V. (TRZ) hat der Landkreis Zwickau eine innovative Wanderausstellung entwickelt, die mittels moderner VR-Technik die industrielle Vergangenheit und Gegenwart erlebbar macht. Die Ausstellung tourte 2018 in einem Showtruck durch den Landkreis. Auch nach Projektende nutzt der TRZ die virtuelle Ausstellung weiterhin für Messen und anderweitige Präsentationen.

Die Tage der Industriekultur im Landkreis Zwickau:

Die Tage der Industriekultur im Landkreis Zwickau entwickelten sich durch die enge Zusammenarbeit des Tourismusregion Zwickau e.V. mit der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Durch InduCult2.0 hat der TRZ andere interessante industriekulturelle Festivalformate, wie das Rostfest (Eisenerz/Österreich) kennengelernt und darauf aufbauend sein Festival-Konzept überarbeitet.

Außerdem erweiterte der Landkreis Zwickau gemeinsam mit dem TRZ die Tage der Industriekultur um bestimmte  Programmpunkte, etwa durch einen Skulptur-Schmiedeworkshop auf dem Gelände der Kunstplantage Zwickau.

Die Tage der Industriekultur sind erfolgreich im Landkreis Zwickau etabliert und werden auch nach Ende des Projektes InduCult2.0 weitergeführt.

Tage der Industriekultur in der Tuchfabrik der Gebr. Pfau Crimmitschau

Die Tage der Industriekultur in der Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau (Autor: Tourismusregion Zwickau e. V.)

Tage der Industriekultur mit Schmiedeworkshop zu Gast auf dem Gelände der Kunstplantage Zwickau e. V.

Die Tage der Industriekultur mit Schmiedeworkshop zu Gast auf dem Gelände der Kunstplantage Zwickau e. V. (Autorin: Gina Zimmermann)

Kooperation von Museen und Unternehmen:

Im Rahmen von InduCult2.0 untersuchte das August-Horch-Museum Zwickau bisherige Kooperationsformate mit dem VW-Werk Zwickau/Mosel. Ziel war das dauerhafte Angebot einer kombinierten Führung im Werk und im Museum. Das Angebot wird derzeit überarbeitet.

Das Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal  realisierte im Rahmen von InduCult2.0 die Sonderausstellung „Technik in Textilien“  (28.06. bis 29.10.2017). Dazu arbeitete das Museum mit 13 sächsischen Textilunternehmen zusammen und präsentierte diese in der Ausstellung. InduCult2.0 finanzierte nicht nur die Printprodukte für die Sonderausstellung, sondern auch die Überführung der Inhalte in die Dauerausstellung des Museums im Sommer 2018.

Darüber hinaus hat das Museum über InduCult2.0 ein pädagogisches Konzept zum Thema erarbeiten und umsetzten können.

Eröffnung der Sonderausstellung im Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal (Autorin: Gina Zimmermann)

Eröffnung der Sonderausstellung im Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal (Autorin: Gina Zimmermann)

Blick in den neuen Dauerausstellungsteil (Autor: Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal)

Blick in den neuen Dauerausstellungsteil (Autor: Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal)

Lebendige Industriekultur in Form einer touristischen Karte:

Der Tourismusregion Zwickau e.V. entwickelte im Rahmen von InduCult2.0 eine touristische Karte, die industriekulturelle Angebote im Landkreis Zwickau präsentiert. Diese Karte zeigt aber nicht nur historisch bedeutsame Stätten, sondern auch Orte der industriellen Gegenwart (z. B. Unternehmen) und der Zukunft (z. B. das Haus der kleinen Forscher). Außerdem enthält die Karte Augmented-Reality-Elemente, d. h. die Karte ist kein ausschließliches Printprodukt, sondern zeigt zusätzliche Inhalte und Fotos in Kombination mit einem Smartphone. Die Karte wird durch den TRZ verbreitet.

Industriekultur zur Bindung von Arbeitskräften und Unternehmen

Berufsorientierung im Museum:

Das Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal hat im Rahmen von InduCult2.0 ein museumspädagogisches Programm „Textil mal anders – Science Slam im Museum“ entwickelt und getestet. Den Schüler*innen wird auf diesem Weg die kulturelle und historische Dimension industrieller Arbeit vermittelt. Außerdem lernen sie in der Ausstellung Textilunternehmen sowie mögliche Ausbildungsplätze und Jobeinstiegschancen kennen. Im Anschluss können die Schüler*innen eine Textilfirma für technische Textilien besichtigen. Seit Herbst 2018 ist „Textil mal anders“ Teil des museumspädagogischen Angebots des Textil- und Rennsportmuseums.

Eine Broschüre, die regionale Unternehmen auf neue Weise präsentiert:

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat im Rahmen von InduCult2.0 die Broschüre „Von Wachstum und Wandel – Erfolgsgeschichten aus dem Landkreis Zwickau“ erarbeitet und verbreitet. Insgesamt porträtiert das Heft neun Unternehmen und zwei Hochschulen. Die interviewten Personen geben einen Einblick in die Unternehmensgeschichte, berichten aber auch über persönliche Hintergründe und Motivationen sowie ihre Beziehungen zur Region. Die Broschüre wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur Ungestalt erstellt:

 

Industriekultur zur Förderung von Innovation und Pioniergeist

Die Gestaltung des Martin-Hoop-Schachtes IV a in Zwickau:

In Zusammenarbeit mit der Firma MSB Metall- und Stahlsystembau GmbH, dem Kulturraum Vogtland-Zwickau und Thomas Dietze (IBUG Festival, www.ibug-art.de/) hat der Landkreis Zwickau 2018 die erste Fassade des Martin-Hoop-Schachtes IVa in Zwickau gestaltet. Der 60 Meter hohe Turm wurde durch Street-Art aufgewertet, die den thematischen Bezug zum Projekt InduCult2.0 und dem damit verbundenen Ansatz einer lebendigen Industriekultur visualisiert. Auch nach dem Ende von InduCult2.0 kann die Gestaltung des Turms 2019, u. a. durch Fördermittel des Bundes und des Kulturraums Vogtland-Zwickau, fortgesetzt werden.

Die erste Fassade des Martin-Hoop-Schachtes IV a Zwickau (Autor: Thomas Dietze)

Die erste Fassade des Martin-Hoop-Schachtes IV a Zwickau (Autor: Thomas Dietze)

Zur Wiederbelebung von Industriebrachen:

In einer weiteren Aktion unterstützte der Landkreis Zwickau kultur- und kreativwirtschaftliche Initiativen im Landkreis Zwickau, die alt-industrielle Areale im Landkreis bespielen. Dazu entstand zunächst – gemeinsam mit dem sächsischen Landesverband für Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. – eine Studie, die die kultur- und kreativwirtschaftliche Szene der Region sowie das alt-industrielle Potential im Landkreis Zwickau untersuchte.

Im Anschluss entstand eine Zusammenarbeit mit dem Verein Kunstplantage Zwickau e.V. (Alte Matratzenfabrik am Brückenberg, Zwickau), Vertreterinnen und Vertreter der Mieterschaft in der ehemaligen Seilfabrik Zwickau sowie einer neuen Initiative zur Erhaltung des Schlachthofes Glauchau. Im Rahmen von je 4 Workshops entstanden dabei drei Roadmaps („strategische Fahrpläne“), ausgearbeitet durch das Dienstleistungskombinat MIR (Leipzig) als Auftragnehmerin.

Aktionen aus Sachsen-Anhalt:

Im Rahmen einer Kooperation mit der Wirtschaftsfördergesellschaft Anhalt-Bitterfeld-Dessau-Wittenberg (ABDW) fanden zwei weitere InduCult2.0-Aktionen im südlichen Sachsen-Anhalt statt:

(1) „Kreativschaffende treffen auf Industrie“

In einer eigens organisierten Kreativ-Werkstatt tauschten sich erstmalig Vertreter der Kreativwirtschaft und Vertreter der Industrie zu gemeinsamen Schnittmengen und ungenutzten Potenzialen in der Zusammenarbeit aus. Weitere Treffen sind geplant.

(2) „Die Geschichte der Zukunft – Pioniergeist damals, heute und morgen“

Zu diesem Thema wurde eine Studie erarbeitet. Sie analysiert, durch welche Ereignisse wesentliche regionale Entwicklungsimpulse gesetzt wurden. Es zeigte sich, dass insbesondere die Ansiedlung von höheren Bildungsstätten nachhaltige Effekte erzeugte. In der Konsequenz wird neben einer Reihe weiterer Empfehlungen die Einrichtung einer privat getragenen Universität vorgeschlagen.
 

An diesem Abschnitt wird noch gearbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Am 04.04.2019 hieß der Landkreis Zwickau im August-Horch-Museum Zwickau insgesamt 120 Industriekultur-Expertinnen und -Experten aus den acht Partnerregionen, den zwei wissenschaftlichen Institutionen und interessierte Gäste aus nah und fern zur großen Abschlusskonferenz des EU-Projekts InduCult2.0 willkommen.

TRANSNATIONALE ERGEBNISSE

Transnationale Kooperationsprojekte wie InduCult2.0 ermöglichen nicht nur die Umsetzung regionaler Maßnahmen, sondern fördern auch den Austausch der teilnehmenden Regionen untereinander. Dazu trafen sich die Projektpartner während der Projektlaufzeit aller sechs Monate auf Partnerschaftstreffen. Dort diskutierten sie im Plenum und in thematischen Arbeitsgruppen, wie die jeweiligen Regionen ihr Potential lebendiger Industriekultur sichtbar machen und nutzen können.

Der Landkreis Zwickau war bei allen Veranstaltungen durch regionale Akteure vertreten, die neue Ideen und Anregungen mit zurück in die eigene Region brachten. So entstand beispielsweise die Idee einer virtuellen Wanderausstellung (siehe „Industry goes public“ unter regionale Aktionen) bei einer Exkursion in Padua (Italien). Weitere transnationale Maßnahmen waren:

Ideenpapier zur Absolventenbindung:

InduCult2.0 brachte 2018 Vertreterinnen und Vertreter der Berufsakademie Sachsen in Glauchau, der Westsächsischen Hochschule Zwickau sowie der IHK und Wirtschaftsförderung zusammen, um gemeinsam Ideen zur Absolventenbindung zu sammeln. Die Ergebnisse wurden in der transnationalen Projektpartnerschaft ausgewertet. Auf dieser Grundlage hat der Projektpartner Industrie- und Handelskammer Padua (Italien) ein gemeinsames Dokument mit verschiedenen Handlungsempfehlungen erarbeitet, das wiederum an die regionalen Akteure aus dem Landkreis Zwickau zurückgegeben wurde.

Organisation und Durchführung eines transnationalen Schmiedeworkshops:

Der Projektpartner Stebo aus Genk (Belgien) organisierte einen Schmiedeworkshop, der in allen InduCult2.0 Partnerregionen Station machte.

Am 29.09.2018 fand der Workshop im Rahmen der Tage der Industriekultur auch in Zwickau statt. Und zwar auf dem Gelände der alten Matratzenfabrik, das der Verein Kunstplantage e.V. bespielt. Im Ergebnis entstand eine große Baumskulptur, die die belgischen Projektpartner von Stebo während der InduCult2.0 Abschlussveranstaltung in Zwickau enthüllten. Die Baumskulptur steht nun im Garten von Stebos Firmensitz.

Am Ende des transnationalen Schmiedworkshops steht die Baumskulptur (Autor: Ina Metalidis)

Am Ende des transnationalen Schmiedworkshops steht die Baumskulptur (Autor: Ina Metalidis)

Bilateraler Austausch:

Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschafts- und Tourismusförderung im Landkreis Zwickau reisten 2018 nach Genk (BE), um das Projekt „The Box“ zur Innenstadtbelebung kennenzulernen. Dazu werden Existenzgründerinnen und -gründern sowie Kreativen leerstehende Geschäfte in schrumpfenden Städten abseits der Metropolen angeboten, um ihr Geschäftsmodell für einen befristeten Zeitraum auszuprobieren. Die Ergebnisse dieses Austauschs fließen u. a. in das regionale Entwicklungskonzept des Landkreises ein.

Der Landkreis Zwickau selbst gab seine Expertise in der Organisation und Umsetzung der „Woche der offenen Unternehmen“ an Projektpartner der Region Sokolov (CZ) weiter. 

Transnationales Argumentationspapier:

Nachdem die regionalen Fokusgruppen in allen Partnerregionen ihre Arbeit aufnahmen, entstanden zunächst regionale Argumentationsbroschüren, die den Mehrwert lebendiger Industriekultur aufzeigen. Die wissenschaftlichen Partnerinstitutionen haben diese Ergebnisse zusammengeführt und auf dieser Grundlage eine transnationale Argumentationsbroschüre ausgearbeitet.

 

Mitteleuropäisches Netzwerk und transnationales Strategiepapier:

Im Rahmen von InduCult2.0 gründete sich ein mitteleuropäisches Netzwerk (CE-Network) regionaler Koordinatoren für Industriekultur. Dieses Netzwerk soll die transnationale Zusammenarbeit der Partner über das Projektende hinaus gewährleisten. So wird das Konzept lebendiger Industriekultur auch nach InduCult2.0 weiter gepflegt und bekannt gemacht. Erster Netzwerk-Koordinator ist der italienische Projektpartner.

Zuständiger Ansprechpartner im Landkreis Zwickau ist die Tourismusregion Zwickau e.V. als Mitglied des Netzwerkes. Das strategische Arbeitsprogramm des Netzwerkes baut auf den regionalen Strategiepapieren der einzelnen Projektpartner auf. Die wissenschaftlichen InduCult2.0-Partner erarbeiteten damit ein transnationales Strategiepapier, das Handlungsempfehlungen für eine lebendige Industriekultur in Mitteleuropa bereitstellt.

An diesem Abschnitt wird noch gearbeitet. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

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NACH INDUCULT2.0

Um die spannenden Ergebnisse von InduCult2.0 im deutschen Raum zu ergänzen und zu verbreiten, stellt das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat über das Programm „Transnationale Zusammenarbeit“ dem Landkreis Zwickau Anschluss-Fördermittel bereit.

Bis November 2019 werden dadurch folgende Teilaktionen gefördert:

Fortführung der Fokusgruppe

Aufgrund des hohen Mehrwertes, den die Fokusgruppe für die regionalen Akteure erzeugte, läuft dieses Format auch nach Ende von InduCult2.0 weiter. Das Kern-Team der Fokusgruppe „Lebendige Industriekultur im Landkreis Zwickau“, bestehend aus der Wirtschaftsförderung des Landkreises, der IHK Zwickau, dem Sächsischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft und dem Tourismusregion Zwickau e.V., trifft sich weiterhin. Es setzt die Handlungsempfehlungen aus dem InduCult2.0-Strategiepapier um und bindet dafür  weitere Kreise regionaler Industriekulturakteure ein. Die Federführung liegt beim Kulturraum Vogtland-Zwickau ; das InduCult2.0-Team unterstützt.

Vertiefte Kooperation mit den Landkreis-Nachbarn:

Damit die Umfeld-Akteure aus der Region Chemnitz bestmöglich von den InduCult2.0-Erfahrungen profitieren, verbreitet das InduCult2.0-Team die Projektergebnisse in den umliegenden Landkreisen und der Stadt Chemnitz.

Nationale Kooperation:

Das InduCult2.0-Team stellt die Projektergebnisse außerdem anderen Industriekultur-Regionen Deutschlands zur Verfügung, z.B. durch Vorträge, Coachings, Exkursionen u.v.m. Schließlich unterstützt das InduCult2.0-Team die Koordinatorin der Region Zwickau im mitteleuropäischen Netzwerk für lebendige Industriekultur. 

Folgefassade am Martin-Hoop-Schacht IVa:

Die erste Fassade des Martin-Hoop-Schachtes beschäftigte sich vorrangig mit der Bergbauvergangenheit des Standortes. Ziel der zweiten Ausschreibung 2019 ist es, die industrielle Gegenwart und Zukunft der Region als Teil einer sich stetig entwickelnden Industriekultur aufzugreifen. Dabei stellen Automobilbau, Maschinenbau und Textilverarbeitung die aktuell bedeutendsten Branchen der Region dar. Diese Themen soll die zweite Fassade abbilden. Die Fassadengestaltung ist für September 2019 vorgesehen. Die Kosten für die Gestaltung finanzieren gemeinschaftlich der Landkreis Zwickau, der Kulturraum Zwickau-Vogtland und die MSB Metall- und Stahlsystembau GmbH.


Nach InduCult2.0 kommt InduCCI!


Projektinhalte:

Die europäische Industrie erlebt einen weiteren Transformationszyklus, der sich nicht nur auf die Produktionsweisen, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen und das soziale Umfeld auswirkt. Um die traditionellen Industrieregionen Mitteleuropas dauerhaft zu erhalten, bedarf es wirtschaftlicher Innovation und gesellschaftlicher Entwicklung. Die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW bzw. englisch: CCI) kann beiden Ebenen auf besondere Weise Antrieb geben.

Im EU-Projekt InduCCI arbeiten 7 mitteleuropäische Industrieregionen und ein KKW-Netzwerk gemeinsam daran, wie KKW in einem industriell geprägten Umfeld bestmöglich gefördert werden kann. Dies geschieht zum einen durch Strategiepapiere und Schulungen, mit denen die Rahmenbedingungen für KKW in Industrieregionen verbessert werden sollen. Zum anderen untersuchen die Partner in Pilotaktionen das Potenzial der KKW als Wirtschaftsakteur und Innovator sowie als Motor für sozialen Wandel und neues Unternehmertum. Die aussichtsreichsten Ansätze werden am Ende anderen Industrieregionen und europäischen KKW-Netzwerken zur Verfügung gestellt.

Eckdaten:

InduCCI wird – wie InduCult2.0 – gefördert aus dem INTERREG-Programm für transnationale Zusammenarbeit „Mitteleuropa“. Es läuft von April 2019 bis Dezember 2021.

Führungspartner des Nachfolge-Projekts InduCCI ist die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE). Der Landkreis Zwickau beteiligt sich als regionaler Projektpartner.

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